Erster Akt

1. Szene: Das Atelierfest

Ein großes Atelier, kurz nach Sonnenuntergang. Durch die offenen Fenster sind dunkle Bäume sichtbar, Blumen wachsen auf dem Balkon. Im Zentrum des Raums steht eine große Leinwand, verhüllt mit einem weißen Leintuch.

    Jonathan Harker, ein junger englischer Adliger, Mitte zwanzig, und Dr. van Helsing, ein seriöser, gutaussehender End-Dreißiger, beide elegant gekleidet, besuchen das Atelier des Malers Manotte. Dieser hat seinen Freunden angekündigt, das letzte Bild seiner Malerlaufbahn zu enthüllen. Danach werde er sich zurückziehen, da es keine Steigerungsmöglichkeiten mehr für ihn gebe. Die versammelte High-Society von Paris feiert nicht nur die angekündigte Versteigerung, sondern auch sich selbst und das Leben der Oberklasse.

Manotte/Ensemble: "Paris ist ein rauschendes Fest"

    Plötzlich wird dieser "Tanz der Champagnergläser" unterbrochen. Eine skurrile alte Frau erscheint mit der Bemerkung, daß das Bild verflucht sei. Wer es enthülle, dem bringe es Unheil. Kurze Verwirrung, doch dann beginnt ein heftiges Bieten , die Summe für das Bild steigt bald ins Unermeßliche . Am Schluß setzt sich Harker gegen eine dunkle Gestalt durch, die unerkannt aus einer düsteren Ecke mitbietet.

    Das Bild wird enthüllt - es zeigt das Portrait von Mina, einem wunderschönen Mädchen aus adligem Hause. Van Helsing - für alle scheinbar der väterliche Mentor Harkers - ist herb enttäuscht, als er merkt, daß Harker nicht nur von dem Portrait, sondern auch von der Portraitierten fasziniert ist. Er versucht, Harker auf andere Gedanken zu bringen und verläßt mit ihm das Atelier.

Ensemble/Die Alte/Harker/Dracula: "Die Versteigerung"

    Die Gäste beenden die Szene mit einem großen Walzer.

Van Helsing /Harker/Ensemble: Reprise "Paris..."

     

    Ensemble

    Stoßt an, stoßt an,
    auf diese Stadt und ihre großen Feste,
    denn es ist das Beste, wie wir alle wissen,
    was uns hier und heut' in dieser Nacht passieren kann.
    Lebt hoch, lebt hoch,
    und laßt die Gläser aneinander klingen,
    laßt uns laut den Charme
    der schönen Frau'n besingen,
    der Paris in aller Welt zu höchstem Ruhm gereicht.

    Paris, Paris ist ein rauschendes Fest Tag und Nacht!
    Paris, Paris hast Du uns je müde gemacht?
    Paris ist Champagner, Paris , c'est la vie,
    Paris, Paris, Paris (engl., deutsch, franz.)

    Kleine Soli

    Laßt es seh'n, das Bild, kommt, zeigt es her,
    sagt, wer stand Modell, so sagt schon, wer?
    Laßt es seh'n , das Bild, so int'ressiert
    sind wir daran, wen habt ihr portraitiert?
    sagt Manotte , sagt, im Vertrau'n,
    ist sie wirklich zierlich anzuschau'n?
    Ihre Haare? Dunkel, hell?
    Ist's in Öl gemalt? Oder Pastell?

    Alle

    wenn Ihr uns verheimlicht, was uns int'ressiert -
    sind wir düpiert!
    Paris, Paris ist ein rauschendes Fest Tag und Nacht!
    Paris, Paris hast Du uns je müde gemacht?
    Paris ist Champagner, Paris , c'est la vie,
    Paris, Paris, Paris (engl., deutsch, franz.)

    Manotte

    Mein letztes Bild, mein Meisterwerk, so vollendet!
    Kein Pinselstrich am falschen Platz!
    Wie man's auch wendet!
    Ihr wollt es sehen, so sei's! Hört gut her:
    wer bietet mehr?

    Ensemble / Harker

    Ich biet' tausend,! Ich biet' mehr!
    Fünfhundert noch! Gebt es schon her!
    Nein, der Herr dort hebt die Hand!
    Dort, ein weit'rer, an der Wand!
    Der Preis steigt höher, kann das sein?
    Soll ich noch bieten, ja oder nein?
    Dreitausend bar, mein letztes Wort!
    Der Preis er steigt, in einem fort!
    Das Bild ist viel mehr wert! Das Bild ist jetzt mein!
    Nein! Nein!! Nein!!!

    Die Alte

    Haltet ein, Ihr Narren, seht Ihr nicht,
    daß dieses Bild nicht hält, was es verspricht?
    Schaut Euch doch an, wie Ihr entbrennt,
    für ein Bild, das Ihr nicht kennt.
    Wer dieses Bild zu enthüllen versucht,
    der ist verflucht!

    Harker

    Fort, Du Alte, siehst Du nicht,
    Deine Worte haben kein Gewicht.
    Dieses Bild, bald ist es mein, viertausend, hier! .....

    Die Alte

    ... so soll 's denn sein!
    Dein Schicksal liegt jetzt ganz alleine bei Dir!

    Harker

    Das Bild gehört jetzt MIR!

    Ensemble

    Stoßt an, stoßt an, auf diese Stadt und ihre großen Feste,
    denn es ist das Beste,
    wie wir alle wissen, was uns hier und heut' in dieser schönen Nacht passieren kann.

    Van Helsing

    Kommt fort, kommt fort, von diesem Fest und diesem Trinkgelage
    hört auf mich, ich sage:
    wie wir beide wissen
    ist das hier und heut' kein Umgang für den Sohn aus gutem Haus

    Harker

    Lebt hoch, lebt hoch,und laßt die Gläser aneinander klingen,
    laßt uns laut den Charme der schönen Frau'n besingen,
    der Paris in aller Welt zu allerhöchstem Ruhm gereicht.

    Ensemble/Harker

    Paris, Paris ist ein rauschendes Fest
    Tag und Nacht!
    Paris, Paris hast Du uns
    je müde gemacht?
    Paris ist Champagner, Paris , c'est la vie,
    Paris, Paris, Paris (engl., deutsch, franz.)
    Paris ist Champagner, Paris , c'est la vie,
    Paris, Paris, Paris (engl., deutsch, franz.)
    Paris!!!